Open Session Kollodium Nassplatten Verfahren

Rückblick - Open Session Kollodium Nassplatte

Am 19. Mai 2016 hatten wir unser Studio hergerichtet und Interessierte zu einer öffentlichen Sitzung mit einem unserer liebsten historischen Fotoverfahren eingeladen – der Kollodium Nassplatte, im Englischen auch Wetplate genannt. Das Kollodium Nassplatten Verfahren erfordert eine gute Organisation und sauberes Arbeiten. Denn wie der Name „Nassplatte“ schon andeutet, werden die Trägermaterialien direkt vor der Aufnahme beschichtet und dürfen bis zur Entwicklung nicht trocknen. In diesem Fall gäbe es kein Bildergebnis. 

Der 19. Mai war in diesem Jahr ein recht warmer Tag – wir maßen 24 Grad. Das bedeutete, wir mussten den gesamten Prozess in ca. 10 min abgeschlossen haben, damit aus der Kollodium Nassplatte keine trockene Platte wurde. Trotz des warmen Wetters fanden sich einige Besucher in unserem Studio in Berlin Schöneberg ein. Interessiert schauten diese sich unseren Infotisch an, wo wir Textquellen, alte Kameras und natürlich unsere Beispielplatten im Kollodium Nassplatten Verfahren auslegten. Dabei beantworteten wir die vielen Fragen, die sich ergeben, wenn man auf einmal eine Fotoplatte in der Hand hält. Für viele war das eine völlig neue Erfahrung. 

Details zum Kollodium Nassplatten Verfahren

Als eine Art Mini Fotoworkshop erklärten wir die einzelnen Schritte des Kollodium Nassplatten Verfahrens und die dazugehörigen Chemikalien sowie Prozesse, die dabei jeweils in Gang gesetzt werden und am Ende ein fertiges Bild entstehen lassen. Die Besucher konnten uns dafür in die Dunkelkammer begleiten und hautnah erleben, wie die Fotografen in der Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten.  

Insgesamt haben wir 3 Fotografien im Kollodium Nassplatten Verfahren angefertigt. Um die ganze Vielfalt zu verdeutlichen, stellten wir sowohl Tintypes, Fotografien im Kollodium Nassplatten Verfahren auf schwarz gefärbten Aluplatten, und Ambrotypien, Fotografien auf Glas, her. Gerade die Ambrotypien haben dabei viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Erstaunt beobachteten die Besucher, wie aus einem kaum sichtbaren Negativ ein Positiv wurde, einfach weil wir eine schwarze Unterlage unter die Glasplatte legten. Dieses sogenannte Dunkelfeldprinzip ist so alt  wie die offizielle Fotografiegeschichte selbst (entdeckt 1839).

Wir freuen uns, dass unsere Arbeit ein solch großes Interesse weckt und bedanken uns bei Allen, die an diesem Tag zu uns gefunden haben. Wer keine Zeit hatte, kein Problem. Wir bieten regelmäßig in Berlin Fotoworkshops zum Kollodium Nassplatten Verfahren an.

Alle Bilder © Camera Curiosa/Micha Winkler