Digitale Lochkamera Olympus

Digitale Lochkamera selber bauen

Das Team vom Studio Camera Curiosa bietet regelmäßig Lochkamera Workshops in Berlin an. Dabei bedienen wir uns eher der historischen Herangehensweise und möchten die analoge Fotografie wieder populär machen. Andererseits sind wir auch nicht vollends aus der Zeit gefallen und können uns kaum der digitalen Fotografie verschließen. Viele Techniken sind sogar übertragbar. So ist es zum Beispiel sehr einfach, sich selbst eine digitale Lochkamera zu bauen.

Gekaufte Lochblenden für die digitale Lochkamera

Geeignet ist jede Digitalkamera, bei der es möglich ist, das Objektiv zu wechseln und die es gleichzeitig erlaubt, die Belichtungszeiten manuell zu steuern. Denn darum geht es, wir wollen die exakt berechneten, modernen Optiken durch das erste Objektiv der Welt ersetzen – ein Loch. Für die großen Kamerahersteller wie Nikon, Canon oder auch Sony/Minolta gibt es bei Ebay oder Amazon ganz einfach eine Lochblende zu bestellen. Diese ist auf einem Abdeckdeckel angebracht und lässt sich per Gewinde am Bajonett der Kamera einschrauben.

Der Vorteil, diese Lochblenden sind in ihrer Größe auf den jeweiligen Kamerabody abgestimmt und ermöglichen es euch, sofort „scharfe“ Aufnahmen anzufertigen. Der Vorteil bei einer digitalen Lochkamera liegt natürlich darin, die Ergebnisse unmittelbar beurteilen zu können. Dafür macht ihr mehrere Aufnahmen von ein und derselben Straßenecke oder anderen Objekten, die sich bewegen. Verändert schrittweise die Belichtungszeit, beginnend mit 1 s und verlängert diese von Bild zu Bild. So seht ihr, wie sich die Ästhetik mit der zunehmenden Belichtungszeit verändert und wann das Bild die richtige Helligkeit und Kontraste aufweist. 

Nun sind diese vorgefertigten Lochblenden natürlich berechnet. In unserem Lochkamera Workshop in Berlin machen wir dagegen auch die Lochblenden selbst. Das erlaubt uns nicht ganz so perfekte, dafür aber künstlerisch anspruchsvollere Fotografien anzufertigen. Dabei spielt das Prinzip Zufall eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse sind deshalb nicht so einfach zu reproduzieren, ihr könnt damit aber eine eigene, künstlerische Handschrift etablieren. Im Lochkamera Workshop lernen wir deshalb, dass auch verschiedene Lochformen interessante Ergebnisse erzeugen. 

Um euch eine eigene digitale Lochkamera zu bauen bzw. eine eigene Lochblende zu stechen, sucht im Netz erst einmal einen entsprechenden Abdeckdeckel für euer Kameramodell. Ebay oder andere Verkaufsportale eignen sich dafür am besten. Der Nachteil bei dieser Variante, ihr müsst durch das relativ dicke und stabile Material des Deckels stechen oder einen größeren Ausschnitt entfernen. Ein Akkubohrer hilft hierbei. Alternativ könnt ihr den Deckel natürlich auch gleich durch eine Pappe austauschen, die ihr mit Klebeband über der Objektivöffnung lichtdicht fixiert.

Der richtige Durchmesser der Lochblende 

Die Lochblende selbst stellt ihr am besten aus einem ausgeschnitten Blech einer Getränkedose her. Dieses Blech klebt ihr über das Loch im Pappdeckel. Zum Stechen der Lochblende eignen sich einfache Nähnadeln. Passt auf, dass das Loch nicht zu groß wird. Es gilt die Faustregel – je kleiner die Öffnung, desto schärfer wird das Bild. Gleichzeitig gilt aber auch – je kleiner die Öffnung, desto länger wird die Belichtungszeit. Lochblenden gibt es schon ab 0,1 mm Durchmesser. Wir verwenden in unseren Lochkamera Workshops gerne Lochblenden mit einem Durchmesser von 0,3 mm.

Zur Berechnung der optimalen Schärfe bei Lochblenden nutzt den Rechner auf dieser Seite.

Berechnung der Blendenzahl bei einer Lochkamera

Prof. Gottfried Schröder erklärt in seinem Standardwerk Technische Fotografie: Grundlagen und Anwendungen in Technik und Wissenschaft (1981) wie die Berechnung der Blendenzahl einer Lochkamera erfolgen muss. Diese Information ist zur Berechnung der Belichtungszeit per Belichtungsrechner notwendig.

F = b / D

F (Blendenzahl); b (Bildweite - Abstand Lochblende zum Film in mm); D (Lochblende Durchmesser in mm)

Eine Lochblende mit dem Durchmesser 0,3 mm und einer Bildweite der Kamera von 60 mm ergibt demnach eine Blendenzahl von 200. Den Lochkamera Belichtungsmesser könnt ihr euch hier herunterladen und zusammenbauen:

Lochkamera Belichtungsmesser

Kontaktiert uns einfach, wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, wie ihr euer altes oder digitales Foto Equipment einsetzen könnt, um eine Lochkamera zu bauen. In unserem Lochkamera Workshop bauen wir eine eigene Kamera. Dabei können wir euch natürlich am besten die Wirkungsweise erklären.

 

Bannerbild Juan Carlos Pachón - Digital Pinhole Olympus EP3, Creative Commons (CC BY-SA 2.0)

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