Zimmer als Camera Obscura

Begehbare Camera Obscura

Die Camera Obscura ist das älteste Verfahren der photographischen Bildgebung und basiert auf einem einfachen Prinzip. Dieses kann mit einfachen Mitteln rekonstruiert und im Maßstab vergrößert werden. Wir erklären euch in diesem Artikel, wie ihr eure Wohnung oder ein Zimmer zu einer Camera Obscura, auch Lochkamera genannt, umbauen könnt. Im Bild oben seht ihr ein Bild, das auf eine Zimmerwand projiziert wird. Es handelt sich dabei um die Fassade eines gegenüberliegenden Hauses. Solche Bilder könnt ihr mit einfachen Mitteln selbst erzeugen. Das Fantastische dabei ist, ihr befindet euch in diesem Moment im Inneren einer Kamera und seht wie das Bild entsteht, das normalerweise auf den Film beziehungsweise den Sensor gespeichert wird.

Dein Zimmer als Camera Obscura

Bei der Camera Obscura fallen Lichtstrahlen die von Objekten ausgehen oder reflektiert werden durch eine kleine Öffnung in einen dunklen Raum. Das Geheimnis besteht darin, dass das Loch sehr klein sein muss, um scharfe Bilder zu erzeugen und Gegenstände erkennen zu können. Ihr erreicht diesen Effekt zum Beispiel, wenn ihr ein Rollo am Fenster anbringt und dieses bis fast nach ganz unten zieht, so dass nur ein kleiner Schlitz übrig bleibt, über den Licht durch das Fenster in den Raum dringt. Nun zieht ihr die seitlichen Vorhänge so weit zusammen, dass eine kleine Öffnung übrigbleibt.

Beobachtungen und Effekte in der Kamera

An sonnenreichen Tagen mit viel Licht und einem abgedunkelten Raum könnt ihr an den Wänden nun Bilder und Szenen erkennen, die sich draußen vor dem Fenster abspielen. Ihr habt euch eine begehbare Camera Obscura geschaffen. Besonders interessant, ihr könnt grundlegende fotografische Prinzipien nachvollziehen. So steht das Bild das ihr seht beispielsweise auf dem Kopf. Das liegt daran, dass sich die Lichtstrahlen, die von den außen liegenden Objekten ausgehen, im Loch der Camera Obscura bzw. der Linse kreuzen und damit ein seitenverkehrtes, auf dem Kopf stehendes Bild erzeugen. In einer alltäglichen Kamera bleiben solche Effekte verborgen, weil ihr im Nachhinein einfach den Film aus dem Gehäuse holt und nach der Entwicklung nicht mehr nachvollziehen könnt, wie das Bild genau auf das Trägermaterial gekommen ist. In der begehbaren Camera Obscura lassen sich solche Effekte jedoch ganz einfach und mit viel Freude beobachten. 

Probiert es einfach mal aus! Wir wünschen euch viel Spaß und tolle Bilder in eurer eigenen, begehbaren Camera Obscura.

Bild © André Schmidt/Camera Curiosa